
Dort, wo wir hinwollen
Der Fortschritt feiert Siege, aber die Siege sind ohne Triumph.“ Theodor W. Adorno
Dort, wo wir hinwollen, kommen andere längst her. Das, was wir hoffen zu vergessen, meißeln Sieger in Stein.
Dem Ruf der Kirchturmglocken folgen nur noch die alten Frauen, die bereits ihren Platz auf dem Friedhof kennen. Wer lehrt unsere Kinder die Moral, die wir selbst nur noch belächeln? Wer schießt das Siegtor bei einem Spiel, bei dem es keine Verlierer geben darf? Ab welchem Alter wissen sie, dass Ehrlichkeit Schwäche bedeutet?
Wer ein Volk wünscht, das nicht mehr jammert, muss ihm alle Hoffnungen nehmen.
Wir wählen die Schlechten, weil wir die Guten nicht erkennen. Und am Ende unseres Lebens stellen wir fest, dass sich die wahren Probleme gut getarnt gaben.
Wer nur in Notzeiten betet, glaubt nicht, sondern bettelt.
Unbemerkt wurden die „Zehn Gebote“ aktualisiert. Langeweile löst nun das Gebot, Vater und Mutter zu ehren, ab. Vor wem müssen wir uns schämen, wenn Gott keine Rolle mehr spielt?
Das eine alternde Gesellschaft nicht mehr brauchbar ist, wird nicht als Teil der Evolution gesehen, sondern als ökonomische Katastrophe bewertet.
Weil der Mensch auch für das Böse die Intelligenz besitzt,ist er es auch.
